Am Samstag den 8.1.2011 unser langjähriger Kamerad und ehemaliger Bereitschaftsleiter Karl Emberger im Alter von 73 Jahren.
Weil er Menschen helfen wollte, wurde Karl Emberger als 18 Jähriger am 1.12.1955 als begeisterter Bergsteiger und Skifahrer Mitglied bei unserer Bereitschaft.
In den folgenden Jahren absolvierte er die Sanitäts-, Sommer-, und Winterdienstausbildung und erfüllte danach in über 5 Jahrzehnten seinen ehrenamtlichen Dienst am Menschen bei Sommerdienst im Roggental oder den Hausener Felsen sowie an den Skiliften auf der schwäbischen Alb und beim Hüttendienst auf unserer Rettungsstation Schafhaus.
Mit der hier gesammelten Erfahrung wählten ihn dann die Kameraden in die Vorstandsschaft der Bereitschaft, dort begleitete er 17 Jahre von 1981 bis 1998 das Amt des Bereitschaftsleiters. Seit 1998 war Karl Emberger unser Ehrenbereitschaftsleiter.
Wenn ich heute über Karl nachdenke, kommen mir die Worte von Aurelius Augustinusin den Sinn: Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen. Und das Feuer für den Alpinismus, für Skitouren und das Unterwegs sein brannte bei Karl bis zuletzt. Immer wenn man sich mit Ihm unterhielt fragte er wo man klettern war, welche Skitouren man gemacht hatte und er hatte immer einen Tipp wohin man nochmal gehen könnte.
Als Bereitschaftsleiter unterstützte und förderte er uns Jugendliche wo er nur konnte. Er bestärkte uns immer zum Klettern zu gehen, nahm uns mit auf Skitour und entlastete unsere knappen Geldbeutel zum Beispiel mit Kletterseilen, die er uns aus der Bergwachtausrüstung zur Verfügung stelle.
Auch sonst hat Karl Emberger die Bereitschaft mit seiner ruhigen und besonnen Art geprägt. Er hat unser Bereitschaftsleben bereichert und immer ein offenes Ohr für alle gehabt. In seiner Zeit als Bereitschaftsleiter wandelte sich die Bergwacht zu einer professionellen Rettungsorganisation, die heute allseits anerkannt ist.
Für mich heute als Bereitschaftsleiter wird mir sein allgegenwärtiger Beistand fehlen. Mir war immer wichtig auf seine Erfahrung zurückgreifen zu können, jemand still im Hintergrund zu haben, mit dem man schwierige Angelegenheiten besprechen und immer eine gute Lösung finden konnte.
Immer gute Lösungen fand er auch schon von Berufswegen als selbstständiger Schreinermeister bei unserm Hüttenbau. Als unsere Bereitschaft nach einigem Suchen einen alten Schafstall im Albuch gefunden hatte, wurde dieser zur Rettungsstation in jahrelanger Arbeit umgebaut. Hier wirkte er immer mit Rat und Tat, sowie unzähligem Material und Ideen. So entstand in Eigenleistung zusammen mit den anderen Kameraden eine wunderschöne Bergwachthütte, die heute von allen gern genutzt wird.
Trotz aller Betroffenheit und Trauer bleibt uns die Erinnerung an einem sehr hochgeschätzten Menschen und an viele schöne gemeinsame Stunden beim Dienst und auf Touren in den Bergen.
Der ganzen Familie Emberger sind wir in herzlicher Anteilnahme verbunden und unser Mitgefühl geht weit über diesen Tag hinaus.
Uwe Strofus
Bereitschaftsleiter Bergwacht Göppingen
