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Ohne Sicht auf höchste Gipfel Der blinde Extrembergsteiger Andy Holzer ist heute in Eislingen Hohe und extrem schwierige Klettertouren hat der blinde Andy Holzer bewältigt. Der Osttiroler wird morgen Abend in Eislingen über seine Erfahrungen berichten. EISLINGEN. "Den Sehenden die Augen öffnen" will der 42-jährige blinde Extrembergsteiger Andy Holzer aus Osttirol. Auf Einladung der Bergwacht Göppingen wird er morgen, Freitag, in der Stadthalle in Eislingen über seine Erlebnisse und Erfahrungen als Blinder berichten. "Klettern in der Dunkelheit" ist der Titel seines Multivisionsvortrags mit Fotos und Filmaufnahmen seiner Unternehmungen. Es ist ein Genuss, so eine Mitteilung der Veranstalter, dem Osttiroler zuzuhören, wenn er berichtet, dass er zusammen mit seinem einarmigen Freund Peter Maier "mit vier Beinen, drei Armen und zwei Augen" den höchsten Berg Amerikas, den 6962 Meter hohen Aconcagua bestiegen hat. Nervenkitzel gibt es beim Bericht über die Besteigung des "Roten Turms" in den Lienzer Dolomiten zusammen mit dem ebenfalls blinden Amerikaner Erik Weihenmayer. Ohne Hilfe eines Sehenden bewältigten sie diese Tour. Auf den hohen Bergen der Welt fühlt sich Andy Holzer wohl. Neben dem Kilimandscharo und dem Elbrus in Russland hat er in diesem Jahr den 6194 Meter hohen Mount McKinley, den höchsten Berg Nordamerikas, bezwungen. Für Holzer ist dies der vierte der "Seven Summits", wie die höchsten Berge jedes Kontinents genannt werden. Aber auch sein Tourenbuch in den Alpen lässt manchen gestandenen Bergsteiger entweder staunen oder gar "alt aussehen". Holzer, der "vor der Angst nie Angst gehabt" hat, nötigt einem Respekt ab, wenn er von seinen Besteigungen der 600 Meter hohen Nordwand der Großen Zinne, der Gelben Kante an der schwierigsten der Drei Zinnen oder der Cassin Route in der Südwand des Preußturmes, die für den Laien wie eine 350 Meter hohe überhängende Felsenmauer wirkt, erzählt. Die Lacher hat er auf seiner Seite, wenn er nach seiner Schilderung der Besteigung der Cassin Route, die er zusammen mit Weihenmayer und dem beidseitig beinamputierten Hugh Herr aus Boston durchstieg, sagt: "Die Tour verlief sehr gut, nach fünf Stunden erreichten wir quasi ohne Behinderung den Gipfel". Holzer kommt aber nicht nur wegen seines Vortrags nach Eislingen. Er hatte zusammen mit Raimund Wimmer von der Bergwacht Göppingen die Idee, auch "etwas Praktisches zu machen". So werden die Bergretter der Bergwacht zusammen mit Holzer sowie blinden und sehenden Kindern einer heilpädagogischen Einrichtung einen Klettertag an Felsen der Schwäbischen Alb durchführen. Diese Aktion ist auch Teil der bundesweiten Freiwilligen-Offensive "Engagement macht stark - Woche des bürgerschaftlichen Engagements". Info Karten für den Vortrag am 19. September ab 20 Uhr in der Stadthalle Eislingen sind erhältlich online unter http://www.bergwacht-goeppingen.de und im i-punkt im Rathaus, Göppingen, Telefon: (07161) 65 02 92, im Basislager Göppingen, Telefon: (07161) 68 34 89 und bei Sport Russer in Göppingen. |