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BERGWACHT / Jahresübung am Drehfels bei Geislingen Rettung in steilem Waldgelände Helfer meistern Tücken - Technischer Leiter wünscht sich GPS-Gerät
"Ein Kletterer ist am Drehfels bei Geislingen abgestürzt", so die Meldung, die auf der Bergrettungswache "Schafhaus" bei Lauterstein einging. Sie war der Startschuss zur großen Hauptübung der Bergwacht Göppingen.
KREIS GÖPPINGEN Mit zwei Einsatzfahrzeugen machten sich zehn Bergwächtler auf den Weg zum Einsatzort am Albtrauf. Sofort nach dem Eintreffen begann eine Einsatzgruppe mit der Suche nach dem Verletzten, denn der Meldung war nicht klar zu entnehmen, wo an der Felsengruppe der Verunglückte lag. Das extrem steile Waldgelände mit all seinen Tücken, wie zum Beispiel nasses Laub auf nassem Todholzstämmen und vermoostem Gestein oder durchnässter Waldboden und Geröll erforderten höchste Aufmerksamkeit und Konzentration der Helfer. Der Abgestürzte wurde eingeklemmt zwischen einem Felsfuß und einem Baum aufgefunden. Eine erste Untersuchung ergab, dass der Kletterer sich einen offenen Unterschenkelbruch und eine Darmverletzungen zugezogen hatte. Die Bergretter begannen sofort mit der Versorgung des Patienten und forderten einen Notarzt und das notwendige Bergegerät, eine Gebirgstrage, an. Der Notarzt verabreichte Schmerzmittel, eine Infusion wurde angelegt und Sauerstoff gegeben.
Nun konnten auch die Brüche schmerzfrei geschient und der Patient für den Abtransport vorbereitet werden. Zwischenzeitlich hat sich auch die zweite Einsatzgruppe mit der Gebirgsstraße zur Unfallstelle abgeseilt.
Das Umbetten in die Gebirgstrage erwies sich als äußerst schwierig, denn zum Einen musste der Verletzte aus dem Zwischenraum zwischen Fels und Baum möglichst schonend herausgetragen werden, zum Anderen war das Einladen in die Trage wegen der Steilheit des Geländes und dem Platzmangel erschwert. Mit Statikseilen wurden zwei Retter mit dem verunglückten Kletterer in der Gebirgstrage mehrere hundert Meter durch das steile, rutschige und steinschlaggefährdete Waldgebiet ins Eybachtal abgeseilt.
Bei der Abschlussbesprechung in der Bergrettungswache dankte Bereitschaftsleiter Uwe Strofus den Bergwächtlern für ihre Einsatzbereitschaft im vergangenen Jahr. Die Übung habe den hohen Ausbildungsstand der Bergretter aus Göppingen wieder einmal eindrucksvoll dokumentiert. Vor allem das Engagement vieler Bergwachtmitglieder als Helfer vor Ort (HVO) trage zu einer hohen Qualität speziell im Bereich Sanitätswesens bei.
Der technische Leiter für die Bergrettung, Bernd Rein, machte sich für die Beschaffung eines zweiten GPS-Geräts stark, denn dadurch könne noch schneller und effektiver die genaue Lokalisierung von Einsatzstellen, vor allem im unwegsamen Gelände erfolgen und an die jeweils nachfolgenden Einsatzgruppen übermittelt werden. |
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