Die Erste Hilfe im Blick
Großes Interesse am DRK-Aktionstag in der Göppinger Werfthalle

Das Deutsche Rote Kreuz ist viel mehr als Blutspenden und Rettungsdienste - einen Einblick in ihre Arbeit gaben die vielen Helferinnen und Helfer beim DRK-Aktionstag in der Göppinger Werfthalle.

BIRGIT REXER

Göppingen Laura liegt mit blassem Gesicht auf der Straße, aus Nase und Ohr läuft Blut. Die junge Frau hatte gerade einen Motorradunfall und die Umstehenden müssen Erste Hilfe leisten. "Wir möchten den Leuten näher bringen, wie wichtig Erste Hilfe ist, vor allem auch die stabile Seitenlage", erklärt die Erste Hilfe-Ausbilderin Traudl Lew. Bei Laura musste zuerst der Motorradhelm abgenommen werden, dann folgt die stabile Seitenlage. "Wichtig ist es, sie auf die Seite zu lagern, damit das Blut abfließen kann", erläutert Lew.

Die meisten Mitarbeiter des DRK sind ehrenamtlich im Einsatz. "Anderen Menschen helfen zu können, ist ein unheimlich gutes Gefühl", erklärt Gerd Walter, der zusammen mit zwei anderen Mitarbeitern in der Werfthalle zeigt, wie schnell ein Versorgungszelt aufgebaut werden kann. Nach zehn Minuten steht das weiße Zelt. Nachdem beim ersten Aktionstag Anfang Juli wenige Besucher in den Stauferpark kamen, waren die Helfer des DRK mit der Resonanz am Samstag zufrieden. "Das Interesse ist deutlich größer als beim ersten Mal", bestätigt Walter. Auch bei den Vorführungen der Rettungshundestaffel ist das Interesse groß. "Allerdings ist die Gerätearbeit eher für Trümmersuchhunde wichtig", erklärt Monika Bühl, die mit ihrem Hund Johnny beim DRK ist. Die Hundeführer der Göppinger Staffel kommen vor allem bei der Flächensuche im Gelände zum Einsatz. "Wenn die Polizei zum Beispiel im Wald mit Wärmebildkameras nicht mehr weiterkommt", erläutert Bühl. Insgesamt zwei bis drei Jahre dauert die Ausbildung der Hunde, die dann eine Prüfung ablegen.

Nebenan bei der Bergwacht ist Klettern angesagt. An einem Seil mit Knoten können die Kinder und Jugendlichen bis zur Hallendecke klettern. Nebenan balanciert Julia angeseilt in gut sieben Metern Höhe von der Brüstung über eine Leitung zum Korb eines Kranwagens. Von dort wird sie dann nach unten abgeseilt. "Hier können die Besucher auch selbst ein Gefühl für Höhe bekommen und auch mal etwas ausprobieren", erklärt der Bereitschaftsleiter der Göppinger Bergwacht Uwe Strofus. "Allerdings ist das auch deutlich aufwändiger als die Vorführungen, die wir normalerweise machen", so Strofus.

Reger Andrang herrscht bei der Blutspendenaktion. "Es ist deutlich mehr, als wir erwartet haben", freut sich Claudia Hopf. Allerdings bedeutet das für die freiwilligen Spender eine Wartezeit von bis zu zwei Stunden. Zusätzlich können sich die Besucher über den Auskunfts- und den Fernmeldedienst und die Unterkünfte und Versorgung von Verletzten im Fall einer Katastrophe informieren. "Bei dieser Bandbreite findet eigentlich jedes etwas, das ihn interessiert", ist sich Bühl sicher.