„SinnesWandel“ im Bad Boller Badwäldle

Etwa 80 Bürger, Schaffer und Unterstützer feierten den Erlebnispfad „SinnesWandel" im Bad Boller Badwäldle. Hans-Rudi Bührle unterstrich das Engagement aller Beteiligten.

Claudia Müller

BAD BOLL Es schlängelt sich ein außergewöhnlicher Pfad durch das „Badwäldle" am Rande Bad Bolls. Vor der Pforte zu „Martin's Holzweg" singt und spielt die Gruppe „Streuobst" vom „schönen Maien". Die Festgäste, von denen einige am Freitagabend in weiser Voraussicht wetter- und wanderfest ausgestattet sind, schmunzeln und freuen sich, dass es trotz fehlender Frühlingssonne wenigstens nicht regnet.

Aus kreativen Ideen, über bürokratische Hürden, trotz finanzieller Einschränkungen und unter Berücksichtigung des Umwelt-und Naturschutzes haben es die Initiatoren geschafft, dem Naturerlebnis Wald ein „Sahnehäubchen" aufzusetzen. 70 000 Euro ließ sich die Gemeinde das Projekt kosten, aus dem Fördertopf „Sanfter Tourismus" des Landes Baden-Württemberg flossen 20 000 Euro, berichtete Bürgermeister Hans-Rudi Bührle und dankte allen Unterstützern. Ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Fachleuten, örtlichen und überörtlichen Gruppen sei entstanden.

Seit Monaten arbeitete das Forstteam, das immer wieder auf handfeste Hilfe zählen konnte, unter Hochdruck und leistete dabei Überdurchschnittliches, zeigte sich mal künstlerisch kreativ, mal sportlich beim Baumklettern und Färben von Baumstämmen in Zusammenarbeit mit der Bergwacht.

„Erholung im Wald hat in Bad Boll Tradition", sagte Revierförster Martin Gerspacher und nahm Bezug auf das 1825 für die Kurgäste errichtete Tempele. Der neue Pfad lasse in die äußere und innere Natur eintauchen, verrät das Faltblatt zum „SinnesWandel" - so der von Christa Schweizer erdachte Name des jüngsten Kindes der Badgemeinde. Dass Lustwandeln in Bad Boll inzwischen eine völlig andere Dimension hat, erlebte über die Hälfte der Festgäste bei der ersten Begehung: „Ein Trampelpfad - so wie es die Witterung hergibt" umschrieb Martin Gerspacher ihn beim Start.

Durch unwegsames Gelände schlängelt sich der nach, tagelangem Regen aufgeweichte lehmige und unbefestigte Naturpfad, der große und kleine Wanderer, Kinder wie Senioren herausfordert. Zehn Stationen säumen die Wanderstrecke vom Wasserspielplatz bis zum Zeitenpendel. Eine Intention, des Kunstraums „rotes Feld" erläutert Robin Wagner, „ein Kontrapunkt zur Umgebung."