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Schwerer Mountainbike-Unfall Sturz nur vorgetäuscht? Geislingen - Ein angeblicher Mountainbike-Unfall an einem Steilhang beim Geislinger Stadtbezirk Eybach gibt der Polizei Rätsel auf. Möglicherweise hat die 18 Jahre junge Frau, die am Mittwochabend einen Großeinsatz der Rettungskräfte auslöste, ihren Sturz nur vorgetäuscht. Für die alarmierten Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bergwacht gestaltete es sich am Mittwochabend äußerst schwierig, zu dem vermeintlichen Unfallopfer vorzudringen. In dem Steilhang im Roggental liegen noch immer dicke Bäume, die Orkan Lothar einst gefällt hat. Mehr als eine Stunde dauerte es, bis die 18-Jährige geborgen werden konnte. Weil sie über erhebliche Schmerzen klagte, wurde sie vorsorglich mit einem Hubschrauber ins Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm geflogen. Dort aber waren die Ärzte überrascht: Die junge Frau wies keinerlei Verletzungen auf. Nicht nur dies machte die ermittelnden Polizeibeamte stutzig. Rätselhaft blieb auch, was mit ihrem angeblichen Mountainbike geschehen ist, von dem sie am Mittwoch gegen 13 Uhr auf einem unwegsamen Forstweg direkt an der Hangkante gestürzt sein will. Das Rad war nicht mehr zu finden. Im Zuge ihrer Untersuchungen stieß die Göppinger Polizei auf noch mehr Ungereimtes. Die Beamten erfuhren von Kollegen aus den Landkreisen Heidenheim und Aalen, dass es innerhalb des vergangenen Jahres bereits neun Fälle gab, bei denen die junge Frau angeblich zum Opfer eines Unglücks geworden sein will, ohne sich jedoch ernsthafte Verletzungen zugezogen zu haben. Die meisten der Vorfälle waren auch mit großen Rettungseinsätzen verbunden. Die Unglücksserie der Schülerin begann vor einem Jahr bei Heubach. Weitere Stationen waren Königsbronn, Gerstetten und ihr Heimatort Heidenheim. Erst am Freitag voriger Woche täuschte sie an einem Stausee bei Ellwangen einen Unfall vor. Dort wurde sie in die Jugendpsychiatrie eingewiesen. Die Entlassung erfolgte allerdings prompt, nachdem ihr Vater versprochen hatte, sich um sie zu kümmern. Ihre gesammelten Erkenntnisse über die mysteriöse Unfallserie teilte die Göppinger Polizeidirektion auch den zuständigen Stellen in Aalen und Heidenheim mit. Ein Sprecher der dortigen Polizei formuliert das Vorgehen der jungen Frau so: „Sie begibt sich oft in Situationen, bei denen etwas passieren kann.“ Ob dies geschehe, „um Anerkennung und Ansprache“ zu finden, müssten Fachärzte klären. Diese Geduld bringt die Göppinger Polizei nicht auf. Sie übergibt ihre Ermittlungsergebnisse dem Staatsanwalt. Er soll entscheiden, ob die 18-Jährige wegen des Missbrauchs von Notrufen belangt werden kann. Wenn sich dieser Verdacht erhärtet, werde die Polizei nicht zögern, sie für die Kosten des Einsatzes im Roggental in Regress zu nehmen. Derzeit spricht aber auch einiges dafür, dass die junge Frau krankheitsbedingt immer wieder in gefährliche Situationen kommt. Sollte dies zutreffen, „wird es mit der Kostenerstattung schwierig“, räumt Polizeisprecher Rudi Bauer ein. Außerdem werde die Göppinger Direktion nun auch versuchen, die umliegenden Dienststellen für das Verhalten der 18-Jährigen zu sensibilisieren. Manfred Bomm und Gerhard Schertler |