Der Wald als sinnliche Erfahrung

BAD BOLL Der neue Erlebnispfad im Badwäldle ist jetzt komplett fertig und wird am Freitag eingeweiht. Von Andreas Pflüger

Einige scheinen es gar nicht mehr erwarten zu können, bis der neue Erlebnispfad im Bad Boller Badwäldle, der den Namen Sinneswandel bekommt, endlich offiziell eröffnet wird. Unbekannte Scherzbolde hatten mit Plakaten bereits für den 1. Mai „Führungen zu jeder vollen Stunde auf Martins Holzweg" angekündigt, so dass Revierförster Martin Gerspacher den einen oder anderen Anruf erhielt, wo er denn bleibe.

Am nächsten Freitag um 16 Uhr ist es nun tatsächlich so weit. Mit einer kleinen Feierstunde wird der rund zwei Kilometer lange Sinneswandel mit seinen insgesamt zehn Stationen eingeweiht. In monatelanger Arbeit haben die Waldarbeiter - an drei Wochenenden unterstützt von freiwilligen Helfern - den Weg angelegt. Jetzt geht es vom Wasserspielplatz aus zum Steinlabyrinth um die Huteeiche und von dort über die Baumbrücke hinweg zur Baumwipfelmatte. Ausgesprochen skurril mutet im Anschluss der Kunstraum Rotes Feld an, dem der Klangwald und die Maserknolleneiche folgen. Vom Steg im Bachlauf geht es dann durch das Weidendickicht hindurch zum Zeitenpendel.

„Neben den Stationen ist aber schon die naturbelassene Strecke selbst ein echtes Erlebnis, erst recht wenn es regnet", sagt Martin Gerspacher. Dennoch sei der Sinneswandel eine tolle Geschichte für die gesamte Familie, weil es ständige Anbindungen zum Naturpfad und damit zu einem befestigten Weg gebe. „Obendrein sind etliche Ruhebänke aufgestellt worden, so dass auch die Oma und der Opa mit ihren Enkeln einen Besuch nicht zu scheuen brauchen", fügt der Förster hinzu.

Auch der Bürgermeister Hans-Rudi Bührle betont, „dieses ehrgeizige Projekt ist sowohl für unsere Bevölkerung wie auch für unsere Gäste eine tolle Geschichte". Mit rund 65 000 Euro, so schätzt der Schultes, schlage die Umsetzung des Vorhabens zu Buche. „20 000 Euro davon schießt aber das Wirtschaftsministerium des Landes aus dem Förderprogramm Sanfter Tourismus zu", erklärt er. Wolle man den Landschaftspark Albtrauf attraktiv machen, müsse man dafür auch Geld in die Hand nehmen, sagt Bührle.

Als attraktive Ergänzung des Angebots empfindet Martin Gerspacher die Erlebnisrunde. „Schon als die ersten Stationen fertig waren, war ziemlich viel los", betont er. Die Rückmeldungen seien durchweg positiv ausgefallen. Und auch wenn die Kosten um rund 20 Prozent höher lägen als ursprünglich kalkuliert, gehe er davon aus, dass sich die Investition lohne. „Wir haben den Pfad so angelegt, dass der Erhaltungsaufwand, von den obligatorischen Kontrollen einmal abgesehen, eher gering ist. Der Mehraufwand dürfte sich also wieder ausgleichen", ergänzt der Förster.

Und in Kürze werden dann auch die von den Maischerzbolden gewünschten Führungen stattfinden. Zwei- bis dreimal im Monat könnte sich der Förster etwas Derartiges vorstellen. „Wobei da nicht zwingend immer ich dabei sein muss. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass so etwas durch Freiwillige übernommen wird", betont er.