Artikel-Scan folgt! Tödlicher Sturz vom Maustobelviadukt
42 Jahre altes Unfallopfer stammt aus Stuttgart - Göppinger Polizei geht von einem tragischen Unglück auf der A 8 aus

AICHELBERG. Ein 42 Jahre alter Mann ist am späten Dienstagabend beim Maustobelviadukt der A 8 bei Aichel-berg (Kreis Göppingen) ums Leben gekommen. Der Stuttgarter stürzte 30 Meter in die Tiefe. Die Polizei geht von einem tragischen Unglücksfall aus.

Von Carola Fuchs

Nach den Angaben der Polizei war der 42-Jährige am Dienstagabend zusammen mit seiner Partnerin auf der A 8 Richtung München unterwegs gewesen. Gegen 21 Uhr habe die Ölwarnlampe seines Wagen zu leuchten begonnen, sagt Uli Stöckle, Sprecher der GÖppinger Polizei. Deshalb habe er das Auto kurz nach der Ausfahrt Aichelberg auf dem Standstreifen des Maustobelviadukts gestoppt, um das Fahrzeug vorsichtshalber untersuchen zu lassen. Während die 49 Jahre alte Frau den Pannendienst verständigte, habe sich der Mann von dem Wagen entfernt, weil er habe austreten wollen.

Doch zurück kam er nicht. Erst gegen Mitternacht wurde der 42-Jährige in der Schlucht etwa 30 Meter unterhalb des Viadukts tot aufgefunden. Zuerst hatte die Frau gemeinsam mit dem Helfer des Pannendienstes nach ihrem Partner gesucht. Schließlich schleppte der ADAC das Auto des Paares wenige Kilometer weiter bis zur Autobahnraststätte Gruibingen.

Von dort aus, sagt Uli Stöckle, habe die Frau dann die Mühlhausener Autobahnpolizei alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt war der 42-Jährige schon mehr als eine Stunde verschwunden. Die Polizisten leiteten daraufhin die Suche nach dem Mann ein. Gemeinsam mit 13 Helfern der Bergwacht und 21 Mitarbeitern des Roten Kreuzes durchkämmten sie die Umgebung. Bei der Suche, die bis gegen Mitternacht dauerte, wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt.

Die Schlucht unterhalb des Maustobelviadukts ist zwischen fünf und 55 Meter tief. Aufgrund des Fundorts der Leiche vermutet die Polizei, dass der Mann etwa in der Mitte des 480 Meter langen Viadukts über das Brückengeländer geklettert und dann abgestürzt ist. Darauf deuten auch Schuhspuren hin, die die Kriminaltechniker nach Uli Stöckles Angaben vor Ort gefunden haben. Die Ermittler gehen von einem tragischen Unglücksfall aus. Man habe weder Hinweise auf eine Fremdeinwirkung noch auf einen Suizid des Mannes. Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben von Uli Stöckle deshalb auch keine Obduktion des Toten angeordnet.

Im Bereich der Unglücksstelle ist es bei Nacht stockfinster. Der nächstgelegene Ort Aichelberg liegt hinter einem Hügel verborgen. Im Bereich des Maustobelviadukts gibt es nur Wald. Außer dem vorbeifahrenden Verkehr auf der Autobahn gibt es darum praktisch keine Lichtquellen, die die Umgebung erhellen würden. Der Rand des Viadukts ist fast durchgängig durch ein Geländer gesichert, das zwischen 1,30 Meter und 1,50 Meter hoch ist. Dieses Metallgeländer schließt bündig mit dem Brückenboden ab, dahinter gibt es keinen Absatz mehr, auf dem man noch stehen könnte. Hinter dem Geiänder geht es nur noch in die Tiefe.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren ist es im Landkreis Esslingen zu einem ganz ähnlichen Unfall gekommen. Am 25. September 2006 war unterhalb des Aichtalviadukts an der Bundesstraße 27 die Leiche eines Mannes gefunden worden. Der Verunglückte, der aus dem Landkreis Ludwigsburg stammte, hatte offenbar am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang eine Reifenpanne gehabt und war aus nach wie vor unbekannten Gründen von der Brücke in die Tiefe gestürzt. Die Polizei hatte damals vermutet, dass dem Mann wegen der Dunkelheit gar nicht klar gewesen sein könnte, dass er sich auf einer Brücke befunden habe.