Klettern in der Dunkelheit

„Den Sehenden die Augen öffnen", das will der 42-jährige blinde Extrembergsteiger Andy Holzer aus Osttirol. Er berichtet am Freitag, 19. September, um 20 Uhr in der Eislinger Stadthalle von seinen Erfahrungen als Blinder.
EISLINGEN. „Klettern in der Dunkelheit", so lautet der Titel des Multivisionsvortrags von Andy Holzer, der gespickt ist von faszinierenden Fotos und Filmaufnahmen. Es ist ein Genuss, dem sympathischen Osttiroler zuzuhören, wenn er berichtet, dass er zusammen mit seinem einarmigen Freund Peter Maier „mit vier Beinen, drei Armen und zwei Augen" den höchsten Berg Amerikas, den 6962 Meter hohen Aconcagua, bestiegen hat.
Nervenkitzel gibt es bei seinem Bericht über die Besteigung des „Roten Turm" (2702 Meter) in den Lienzer Dolomiten mit dem ebenfalls blinden Amerikaner Erik Weihenmayer. Ohne jegliche Hilfe bewältigten sie diese extreme Klettertour. Auf den hohen Bergen der Welt fühlt sich Andy Holzer wohl: Neben dem Kilimandscharo (5895 Meter), dem höchsten Berg Afrikas, hat er in diesem Jahr den 6194 Meter hohen Mount McKinley, den höchsten Berg Nordamerikas und kältesten Berg der Welt, bezwungen. Aber auch sein Tourenbuch in den Alpen lässt manchen gestandenen Bergsteiger staunen. Holzer, der „vor der Angst nie Angst gehabt" hat, nötigt einem Respekt ab, wenn er etwa von seinen Besteigungen der 600 Meter. hohen Nordwand der Großen Zinne oder des Pilastro Pfeiler (Schwierigkeitsgrad 7+), erzählt.
Karten: www.bergwacht-goep-pingen.de; i-Punkt im Rathaus Göppingen; Basislager Göppingen, 07161/68 34 89; Sport Russer, Göppingen.